Kfz-Ausbildung auf Talfahrt: Nur acht neue Mechatroniker

27.01.2017

Alle Kfz-Mechatroniker im Kreis Plön haben die Gesellenprüfung bestanden! " hieß die gute Nachricht von Ehrenobermeister Rudi Barleben bei der Freisprechung in Krummbeck.

Kfz-Ausbildung auf Talfahrt: Nur acht neue Mechatroniker

Kfz-Junggesellen sitzen mit ihrer Ausbildung in der ersten Reihe

PLÖN/KRUMMBEK. „Alle Kfz-Mechatroniker im Kreis Plön haben die Gesellenprüfung bestanden! " hieß die gute Nachricht von Ehrenobermeister Rudi Barleben bei der Freisprechung in Krummbeck . Weniger gut: Nur acht Azubis, weniger denn je, traten zur Prüfung an. „Die Bewerberzahlen gehen seit fünf, sechs Jahren zurück", sagte Mattias Schulz , Vorsitzender des Prüfungsausschusses.   Der Trend geht im Moment weiter bergab: 2018 sind nur sechs Azubis in der Abschlussklasse. „Früher konnten wir aus bis zu zehn Bewerbungen qualifizierten Nachwuchs auswählen, jetzt sind es nur noch zwei, drei." Bei den Innungsversammlungen werde inzwischen beklagt, dass Bewerbern oft die wesentliche Grundvoraussetzung fehle: Die Begeisterung für den Beruf. Konsequenz: Statt unmotivierten Nachwuchs als Azubis anzunehmen, schwenken einige der 75 Innungsbetriebe im Kreis um, berichtet Schulz: „Die bilden nicht mehr aus." Schulz geht einen anderen Weg: Er checkt Bewerber auf eine Ausbildungsstelle in einem Betriebs-Praktikum. Weshalb der ehemals attraktive Ausbildungsberuf an Reiz verloren hat, ist Schmidt ein Rätsel: Reine Schrauber sind Kfz-Mechatroniker schon lange nicht mehr. High-End-Technik, Laptop und Analysegeräte sind Standard in jeder Werkstatt. Die Reparatur-Arbeit ist komplex. Lust am „Frickeln" mit der Autotechnik hatten die Schüler in diesem Jahrgang schon: Einer stellte Mitschülern und Lehrer Manfred Braune in der Berufsschule Plön einen Golf VR 6 mit einem sagenhaften 500-PS -Motor vor, ein anderer baute einem VW Lupo den Rücksitz aus und setzte dort eine Bassbox ein, die so viel Power hatte, dass selbst bei abgestelltem Motor die Scheibenwischer flatterten. „Man konnte nur mit Gehörschutz ins Auto", erzählte der Jahrgangsbeste Tim Sasse.   Der 19-Jährige mit der Traumnote von 1,0 im Abschlusszeugnis hat bislang zu Hause nicht geschraubt, dafür aber als einer von vier Azubis einen Anschlussvertrag im Lehrbetrieb, der OHLA-Automobile GmbH in Lütjenburg. Der Geselle will sich in Richtung Diagnose spezialisieren. Meister? Das geht Sasse gelassen an. „In geraumer Zeit", plant er den nächsten Schritt.  

Freigesprochen wurden: Eike Hassler (Autohaus Paustian,Probsteierhagen), Nur-Magomed Mushadziev und Marc Andre Schaefer (beide Autohaus Estorff, Plön), Nico Scheibel (Autohaus Scheibel, Lütjenburg), Lucas-Hertus Sütel (Wolffs Revier, Raisdorf), Alexander von Eicken (Autohaus Kath, Schellhorn), Pierre Zobel (Autohaus in Schönberg GmbH).