Eine etwas andere Kursfahrt ......Schüler und Schülerinnen des BBZ-Plön auf dem Weg zu Gedenkstätten in Polen

12.07.2016

Als im Ausbildungsbereich der Sozialpädagogik 2015 im Unterricht der Holocaust-Gedenktag thematisiert wurde, fragten zwei Schülerinnen nach, ob es nicht möglich wäre, dass im Rahmen der Ausbildung es nicht möglich wäre, eine Kursfahrt nach Polen organisieren.

Polen

Da der organisatorische Aufwand bei einer solchen Fahrt nicht unerheblich ist, dauert es recht lange, bis der Wunsch der Schülerinnen Wirklichkeit werden konnte. Unter der Leitung von zwei Lehrkräften (Torben Pauls und Volkmar Thuss-Nieschlag)  fand dann Anfang Juli die achttägige Exkursion nach Polen statt. Da das Interesse bei den Schülern der sozialpädagogischen Abteilung in Preetz sehr groß war, stand die Gruppe schon Anfang des Jahres fest. Es fanden mehrere Vorbereitungstreffen statt, wobei ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg der vor allem inhaltlichen Vorbereitung diente. Die Gruppe war mit zwei Kleinbussen unterwegs, die freundlicherweise und vor allem preisgünstig von der Evangelischen Jugend Preetz und der Kirchenkreisjugend des Kirchenkreises Plön/Segeberg zur Verfügung gestellt wurden. Das erste Ziel war die internationale Jugendbegegnungsstätte in Krzyżowa. Hier arbeitete bis 1944 die Widerstandsgruppe um Helmut James von Moltke. Der sogenannte Kreisauer Kreis versuchte schon damals gedanklich Europa neu zu ordnen. Sie entwickelten Konzepte wie aus dem Nationalsozialismus ein demokratisches Deutschland in einem vereinigten Europa werden kann. Viele Mitglieder des Kreisauer Kreises wurden später hingerichtet, weil sie wie Moltke später schrieb ..... „nur zusammen gedacht haben.“ Gleichzeitig ist Krzyżowa auch ein Ort, an dem 1990 die deutsch-polnische Freundschaft besiegelt wurde. Das der Ort politisch auch heute noch Bedeutung hat, ist vielen in der Gruppe deutlich geworden. Während des Aufenthaltes in Krzyżowa besuchte die Gruppe noch das ehemalige Konzentrationslager Groß-Rosen, die Friedenskirche in Świdnice und Wrocław, das ehemalige Breslau.

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 Das nächste Ziel war die Stadt Oświęcim, in dem das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz lag. Auch hier fand die Unterbringung in einer internationalen Begegnungsstätte statt. Im Mittelpunkt standen Besuche und Führungen durch die Gedenkstätte Auschwitz.  Da die Gruppe für vier Tage vor Ort war, bestand ausreichend und gute Möglichkeit sich mit dem Thema der Shoa (Holocaust) zu beschäftigen. Besonders eindrücklich waren die Erlebnisse in den Länderausstellungen im sogenannten Stammlager und der Besuch im Vernichtungslager Birkenau, in dem ca. 1,3 Millionen Menschen den Tod fanden. Glücklicherweise hatte die Gruppe die seltene Möglichkeit mit dem Zeitzeugen Długoborski direkt ins Gespräch zu kommen. Dieser kam als 16 Jähriger ins Konzentrationslager, weil er in der polnischen Armee gegen die Nazis gekämpft hatte. Ein Besuch im jüdischen Viertel von Kraków  zeigte eindrücklich, welche Kultur in der damaligen Zeit unwiederbringlich zerstört wurde. Am Ende der Fahrt führte ein Freiwilliger aus der Begegnungsstätte die Gruppe ins jüdische Zentrum in Oświęcim. Hier wurde deutlich, dass nach langer Zeit auch wieder erste Spuren jüdischen Lebens entstehen. Zwei wichtige Erkenntnisse wurden am Ende der Fahrt deutlich: Geschichte vor Ort zu erleben ist prägend und wichtig und Polen ist ein interessantes und schönes Land. Da die Schülerinnen und Schüler in der sozialpädagogischen Berufsausbildung oft neben der Ausbildung noch zusätzlich für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, war es wichtig, dass der Beitrag für die Exkursion möglichst niedrig gehalten wurde. Dass dies möglich wurde, ist zwei großzügigen Zuschussgebern zu verdanken: zum einem dem Ökumene-Ausschuss des Kirchenkreises Plön/Segeberg und zum anderen dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk gemeinsam mit der Bethe-Stiftung in Dortmund.

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