Gründerpreis: BBZ-Schüler beteiligen sich am Online-Planspiel – Teilnehmer von „Die Höhle der Löwen“ zu Gast

01.02.2017

Was macht eine gute Idee aus? Und wie gründet man damit ein Unternehmen? Das wollen Schüler des Berufsbildungszentrums in Preetz im Rahmen des Online-Planspiels „Deutscher Gründerpreis“ herausfinden. Tipps gab es dabei von Florian Goecke, der mit seinem Produkt schon im Fernsehen auftrat.

BFS3

Das Planspiel läuft über drei Monate, berichtete Lehrer Stefan Timm. Teams mit durchschnittlich fünf Schülern aus zwei Klassen entwickeln eigene Ideen, die sie umsetzen sollen. „Nachhaltiges Lernen“, nennt es ihr Lehrer. „Wir bereiten Sie auf die Realität vor“, erklärte auch Schulleiter Axel Böhm. Die Schüler müssten selbstorganisiert und eigenverantwortlich arbeiten. Unterstützung könnten sie dabei von der Wirtschafts-Förderungsagentur des Kreises Plön bekommen. Geschäftsführer Knut Voigt betonte, dass Gründungen neue Arbeitsplätze schaffen, aber auch Innovationen, die das Leben verändern. Manchmal gehe es um die Weiterentwicklung bestehender Produkte, manchmal aber auch um Neues, das noch gar nicht auf dem Markt sei. Wie wichtig es sei, neue Unternehmen ins Leben zu rufen, belegte er anhand von Zahlen: 10 293 gewerbliche Gründungen seien 2015 in Schleswig-Holstein verzeichnet worden – zur gleichen Zeit habe es aber 11 930 Liquidationen gegeben. Die Zahl der Gründungen sei seit 2005 um ein Drittel zurückgegangen. Danach schilderte Florian Goecke seinen Werdegang seit dem Abitur 2009 am Preetzer Fachgymnasium. Er hatte nach einem Aufenthalt in Australien und Neuseeland – „um besser Englisch zu lernen“ – Produktdesign studiert und mit einem Kommilitonen das eigene Unternehmen „Thinks“ entwickelt. Er riet den Schülern, zunächst die eigenen Ziele zu bestimmen: Will man die Welt bereisen oder eine Familie gründen? Will man reich werden oder einfach nur die Rechnungen bezahlen können? Eine weitere Frage: „Was macht eine gute Idee aus?“ Er erklärte, dass man viel Leidenschaft mitbringen müsse. Außerdem benötige man eine Bedarfsanalyse, ob das spätere Produkt überhaupt einen Nutzen habe, und eine Konkurrenzanalyse. Man müsse einen Businessplan erstellen und überlegen, ob man wachsen wolle und einen Investor brauche. Sein Tipp: „Sucht euch in dem Fall einen Partner, der weitere Kompetenzen hat.“ Sein Partner und er hätten sich nach dem Studienabschluss bewusst für Hartz IV entschieden, um ihre Ideen in Ruhe zu entwickeln. Er warb für das Crowdfunding, bei dem man sich auf einer Plattform im Internet präsentiere und nach Investoren suche. Dadurch sei auch der Fernsehsender Vox auf sie aufmerksam geworden, als sie für ihr Sporthandtuch „Towell+“ warben, und habe sie zur Sendung „Die Höhle der Löwen“ eingeladen. Über Crowdfunding könne man auch schnell feststellen, welche Zielgruppe angesprochen werde. „Und haben die Leute überhaupt Bock auf dein Produkt?“ Auch die Herausforderungen verschwieg er nicht: das am Anfang sehr hohe Arbeitspensum, die notwendige juristische Beratung, eine funktionierende Kommunikation im Team, Bürokratie und die Angst vor dem Scheitern. „Wo sollte ich in der Schule besser aufpassen?“ Unter diesem Motto gab Florian Goecke noch ein paar Ratschläge weiter: „Es ist unheimlich wichtig, wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen“, sagte er. Dafür müsse man gerade bei Rechnungswesen genau aufpassen. Notwendig seien aber auch gute Rechtschreibung, Fremdsprachen sowie Kenntnisse in Rechtslehre, Gleichungen und Funktionen. „Ich ertappe mich dabei, wie ich wieder Mathe- Bücher wälze.“  

Volltextsuche

Welche Schulart kann ich wählen?