Schüler-Ideen für eine nachhaltige Zukunft

27.11.2020

Projektwoche am Berufsbildungszentrum Preetz brachte Konzepte für die Region hervor – Präsentation in virtueller Expertenrunde

NachhaltigkeitSchule

Preetz. Wie stellen sich junge Menschen eine nachhaltige Zukunft vor? In einer Projektwoche am Berufsbildungszentrum Preetz haben rund 70 Schüler mehrere Konzepte für die Region und die Schule entwickelt und sie zum Abschluss in einer virtuellen Expertenrunde vorgestellt. Die war von den Ideen angetan.

In den Klassenzimmern sitzen die Schüler vor einer großen Leinwand, auf der die anderen Teilnehmer der Runde zu sehen sind. Nacheinander präsentieren sie ihre Vorschläge. „Ich bin total begeistert von den Ideen“, lobt der stellvertretende Landrat Kai Bellstedt. Auch der Preetzer Bürgermeister Björn Demmin bedankt sich. „Wir brauchen frische Ideen und Rückenwind, und ich glaube, dass viele Ihrer Projekte umgesetzt werden können.

“ Eine Gruppe will einen neuen Parcours für einen einheitlichen Fahrradführerschein für Kinder einrichten. Auf dem ehemaligen Verkehrsübungsplatz in Preetz war ein Kita-Neubau entstanden. Der Parcours sollte vormittags von Schulen und Kitas und nachmittags von der Öffentlichkeit genutzt werden. Dabei könne man den Menschen Spaß am Radfahren vermitteln, aber auch Kindern schon erklären, was Nachhaltigkeit bedeute. Zusätzlich könnten Tipps für kleine Reparaturen gegeben werden, wenn zum Beispiel die Kette herausspringe oder der Reifen platt sei. Eine weitere Gruppe schlägt einen Fahrradaktionstag auf dem Marktplatz vor.

Günther Möller von der Aktivregion Schwentine-Holsteinische Schweiz weist auf das Regionalbudget hin, mit dem Kleinprojekte bis zu 20 000 Euro gefördert werden können. „Wenn es einen Standort für den Parcours gibt, könnte die Finanzierung greifen.“ Doch genau die Standortsuche sei das größte Problem, gab Demmin zu bedenken. Der Aktionstag auf dem Markt könne aber im kommenden Sommer umgesetzt werden.

Weitere Schülergruppen befassten sich mit dem Thema Ernährung. Ihre Ergebnisse sind eine „Lebensmittelretter“-Aktion, um die Verschwendung zu reduzieren, oder die „grüne Brotdose“ mit nachhaltigen Ernährungskonzepten für Schüler. Das Projekt „Ackern für die Zukunft“ mit Unterrichtsstunden für Schulen und Kitas auf dem Feld kommt gut an. Inga Voß vom Jugendaufbauwerk Plön-Koppelsberg betont, wie wichtig es sei, den Kindern zu vermitteln, wo die Nahrung überhaupt herkomme. „Manche wissen nicht, dass Käse aus Milch gewonnen wird.“ Julia Steigleder vom Nabu Lütjenburg verweist auf das Projekt Theos Wiese an der Theodor-Heuss- Gemeinschaftsschule in Preetz, das sich die Schüler einmal ansehen könnten.

Weitere Vorschläge sind nachhaltige Kleidung in lokalen Geschäften und ein Secondhandladen am BBZ sowie CO2-Messungen und Trinkwasserbrunnen in den Schulen. Durch die Wasserspender könnte man allein am BBZ 186 000 Plastikflaschen pro Jahr einsparen, haben die Schüler ausgerechnet. Die Brunnen würden im Kreis bereits nach und nach umgesetzt, berichtet Bellstedt. Eine geplante Aufklärungsaktion auf dem Marktplatz zum Thema Nachhaltigkeit stößt beim Bürgermeister auf großes Interesse. „Das ist gut, wenn die junge Generation dabei ist“, meint er und bietet an, dass die Stadt bei allen Projekten für eine konkrete Planung zur Verfügung steht.

An dem Projekt „Jugend gestaltet nachhaltige Zukunft“ nehmen über einen Zeitraum von drei Jahren 48 Schulen aus Schleswig-Holstein teil. Insgesamt 2400 Schüler können dabei im Rahmen schuleigener Projektwochen konkrete Herausforderungen aus der eigenen Region durch Einsatz des vernetzten Denkens kritisch reflektieren, Lösungsvorschläge entwickeln und diese den politischen Entscheidungsträgern präsentieren. Das Projekt wird gefördert durch 16 Aktivregionen, die Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein sowie das Institut für vernetztes Denken in Bredeneek (Gemeinde Lehmkuhlen). Zudem unterstützen die Sparkassen und Abfallwirtschaftsgesellschaften die Ideen – unter anderem durch einen landesweiten Wettbewerb, in dem jährlich die drei besten Ideen prämiert werden.

Weitere Informationen auf der Internetseite www.jugend-gestaltetnachhaltige- zukunft.de

Von: Silke Rönnau, Kieler Nachrichten


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